Chronik

1995
Im Frühjahr Fertigstellung des Projektes „Station 17 - Der Film“, Regie: Hannes Schönemann und Frank Stolp. Premiere des Films im Mai im Alabama Kino auf Kampnagel. Der Film ist später in verschiedenen Programmkinos zu sehen, auf Festivals, in gekürzter Fassung bei RTL und 1999 als dreiteilige Serie im DSF. Im Herbst beginnt die Theaterarbeit mit Einrichtung eines Theaterraumes und einem ersten Workshop für den Sommernachtstraum.

1996
In der ersten Jahreshälfte finden drei Theaterworkshops statt, in denen die behinderten DarstellerInnen auf ihre Rollen in Shakespeares Ein Sommernachtstraum vorbereitet werden. Als Co-Produktion von Station 17 mit der Hamburger Theatergruppe "babylon", Kampnagel Hamburg, der Ev. Stiftung Alsterdorf unter der Regie von Barabara Neureiter entsteht die Theaterproduktion Ein Sommernachtstraum unter der Mitwirkung von renommierten Schauspielern, u.a. Stefan Kurt, als Puck. Die Entwicklung des Stückes bis zur Premiere begleitet Manfred Bannenberg mit der Kamera, seinen Dokumentarfilm nennt er „Ein neuer Sommernachtstraum“. Der Film wird im NDR nach der Premiere gesendet und später auf 3Sat in langer Fassung mit Ausschnitten aus der Aufführung wiederholt. 
Im September hat „Ein Sommernachtstraum“ Premiere auf Kampnagel, Hamburg. Die acht Aufführungen sind schon vor der Premiere ausverkauft, so dass zusätzliche Vorstellungen gegeben werden müssen.

1997
Im Februar wird Ein Sommernachtstraum noch vier weitere Male auf Kampnagel aufgeführt. Ende Juli finden Gastspiele in Dresden (Hellerau) und Ende Oktober mit je vier Aufführungen in Zürich (Theater an der Gessnerallee) statt, alle Vorstellungen
sind ausverkauft.

1998
Im Februar werden zwei letzte Aufführungen von Ein Sommernachtstraum in  Hannover (Theater im Ballhaus) gegeben.

1999
Unter der Leitung des Regisseurs und Schauspielers Max Eipp startet das Station17Theater eine Adaption „Der Dreigroschenoper“ von B. Brecht. Über eine Werkstattpräsentation hinaus kann das Stück aus urheberrechtlichen Gründen nicht zur Bühnenreife entwickelt werden.

2000
Beginn der Vorbereitungen zum neuen Theaterprojekt Vier Jahreszeiten unter der Leitung der Regisseurin Adelheid Müther. Ein poetisches und starkes Stück Körpertheater mit Musik der Band Station 17. Alle Texte stammen von den behinderten Künstlern und werden vom Schauspieler Gustav Peter Wöhler gesprochen.

2002
Am 27. Februar Premiere von Vier Jahreszeiten auf Kampnagel, Hamburg. Alle acht Vorstellungen sind ausverkauft.

2003
Im Herbst werden die Vier Jahreszeiten zwei Mal erfolgreich wieder aufgenommen. Erneut vor ausverkauftem Haus. Ebenfalls im Herbst produziert Station17Theater eine Modenschau für Arbeitsschutzbekleidung als Auftragsarbeit für den Kongress der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (bwg) im CCH Hamburg. Im Oktober zieht das Station17Theater in die ersten eigenen Probe- und Arbeitsräume in den Medienbunker an der Feldstraße 66, St. Pauli.
Die Schauspielerin Anita Grönig erhält zwei Engagements an Theatern: am Schauspielhaus Hamburg spielt sie unter der Regie von Sebastian Hartmann in „Pincher Martin“ und am Ernst Deutsch Theater unter der Regie von Adelheid Müther in „Bluthochzeit“.

2004
Im Juni spielt das Station17Theater  „Grausame Geschichten von Sabinchen und Herrn Messer“ als Straßentheater auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz in Hamburg. Regie: Martina Vermaaten. Im September Aufführung der Performance „Speisung“ in der Langen Nacht der Theater auf Kampnagel. Explorationsphase zu einem neuen Stück, das auf Ernst Jandls Gedichtzyklus „Idyllen“ basiert. Zum ersten Mal übernehmen die Darsteller Sprechrollen auf der Bühne. Adelheid Müther führt Regie. Eine Werkschau im November 2004.

2005
Umbenennung des Station17Theater in Meine Damen und Herren. Im September Teilnahme an der Langen Nacht der Theater auf Kampnagel mit Szenen aus den „Idyllen“. Ernst Jandls gleichnamige Gedichtsammlung bildet den Fundus für lyrisch-kraftvolle Szenen. Die gesprochene Sprache ist für die Schauspieler dabei weniger Mittel zur Darstellung, als vielmehr unmittelbare Ausdrucksweise, Musik und Rhythmus. Regisseurin Adelheid Müther schafft eine starke Bilderwelt, in der Schauspielerin Isabella Vértes-Schütter mitspielt. Der renommierte Musiker Marcio Doctor komponiert die Musik, die als CD erscheint und es gibt ein Programmheft mit Zeichnungen von Wiebke Otte. Am 30. November ist Premiere der „Idyllen“ auf Kampnagel in Hamburg.

2006
Im Frühjahr starten Meine Damen und Herren mit den Proben für ein Straßentheater. Regisseurin Martina Vermaaten produziert Dideldum! Wilhelm Buschs bewegte Bilderbögen“ mit  Kostüm- und Bildentwürfen der Künstlergruppe Die Schlumper. Straßenpremiere ist am 9. Juni 2006 in Hamburg. Max und Moritz, die Witwe Bolte, Schneider Böck, die „fromme“ Helene, Onkel und Tante Nolte, der Dichter Balduin Bählamm - weltweit bekannte Figuren aus Wilhelm Buschs satirisch komischen Bildergeschichten erfahren eine eigene Interpretation durch die Schauspieler. Angelehnt an die Moritatenform der Geschichten Buschs kommentiert ein kleines mobiles Orchester aus Akkordeon, singender Säge, Standschlagwerk und Stimme, Palma Kunkel alias Die singende Tellermiene, das Geschehen. 

 

 

2007
Tournee mit Dideldum!
01.07. Fusion Festival, Lärz, Mecklenburg-Pommern
07.07. Kirchheimbolanden
08.07. Landkult, Winsen/Luhe - Hoopte
04.08. Sommerheckmeck, Jugendburg Neuerburg
06.09. Rotenburger Werkstätten, Rotenburg a.d.W.
14.-16.09. At.tension Festival, Lärz, Mecklenburg-Pommern
28.09. Ernst Deutsch Theater, Hamburg
30.11. Tingeltangel, Graz (Österreich)

Der Schauspieler Thomas Möller übernimmt in der ZDF-Serie "Notruf Hafenkante" eine tragende Rolle, andere Ensemble-Mitglieder treten in Nebenrollen auf.


2008
Tournee mit Dideldum!:
14.06. Diakoniemarkt,  Hamburg,  Rathausmarkt
23.06. Bajazzo, Hamburg, Theaterzelt im Schanzenpark
24.06. Bajazzo, Hamburg, Theaterzelt im Schanzenpark
18.07. Tollwoodfestival, München
19.07. Tollwoodfestival, München
20.07. Tollwoodfestival, München
30.08. Straßentheaterfestival, Kaiserslautern
31.08. Art Obscura, Mühlheim an der Ruhr
13.09. Kurfürstliches Palais, Trier
14.09. Karolingerhalle, Pruem/Bitburg

Im August Premiere des Films Finnischer Tango (Produzent: Eike Besuden, Regie: Buket Alakus), in dem Michael Schumacher eine der Hauptrollen inne hat. Damit ist er der erste Schauspieler von Meine Damen und Herren, der in einem Kinofilm mitwirkt.
Umbau des Straßentheaterstückes zu einer Bühnenversion im Herbst des Jahres.   Traumgedusel hat am 7. November Premiere auf der neuen plattform-Bühne des Ernst Deutsch Theaters in Hamburg, es folgen 14 ausverkaufte Vorführungen.


2009
Im Januar folgen weitere Aufführungen des Traumgedusels und die Erarbeitung einer Lesung zum Thema Sex beginnt. Mit Feingefühl und Humor kommen Meine Damen und Herren einem Tabu-Thema auf die Schliche. Unerfahrene Liebeshungrige mit Behinderung und alte Damen mit gewissen Erfahrungen schenken sich einen Abend voll des worterotischen Liebesspiels. Regisseurin Martina Vermaaten präsentiert mit SEX  eine Collage aus literarischen Texten und szenischen Bildern. Am 15. Mai ist Premiere der inszenierten Lesung SEX auf der plattform-Bühne des Ernst DeutschTheaters in Hamburg.